Jugendstrafrecht
Strafverteidigung für Jugendliche und Heranwachsende
Ein Ermittlungsverfahren ist für Jugendliche und junge Erwachsene häufig eine völlig neue und belastende Erfahrung. Eine Vorladung der Polizei, eine Hausdurchsuchung oder der Vorwurf einer Straftat kann nicht nur den betroffenen jungen Menschen verunsichern, sondern stellt auch Eltern und Angehörige vor viele Fragen.
Gerade bei Jugendlichen und Heranwachsenden sollte ein Strafverfahren nicht isoliert unter dem Gesichtspunkt der möglichen Strafe betrachtet werden. Ebenso wichtig sind die persönlichen Lebensumstände, die schulische oder berufliche Situation und die Frage, welche Auswirkungen das Verfahren auf die weitere Entwicklung haben kann.
Als Rechtsanwalt, Fachanwalt für Strafrecht und Strafverteidiger vertrete ich Jugendliche und Heranwachsende in Verfahren des Jugendstrafrechts. Ich übernehme Mandate in Krefeld und der näheren Umgebung sowie bundesweit.
Mein Ziel ist es, die strafrechtlichen Konsequenzen möglichst gering zu halten und gleichzeitig darauf zu achten, dass ein einmaliger Fehler nicht unnötig die weitere persönliche, schulische oder berufliche Entwicklung beeinträchtigt.
Was ist das Besondere am Jugendstrafrecht?
Für Jugendliche gelten im Strafverfahren besondere gesetzliche Regelungen. Maßgeblich ist insbesondere das Jugendgerichtsgesetz (JGG).
Der wesentliche Unterschied zum Erwachsenenstrafrecht liegt darin, dass im Jugendstrafrecht der Erziehungsgedanke eine besonders wichtige Rolle spielt. Die Reaktion auf eine Straftat soll sich deshalb nicht ausschließlich daran orientieren, jemanden zu bestrafen.
Vielmehr soll berücksichtigt werden, wie der junge Mensch sich entwickelt hat, unter welchen Umständen die Tat entstanden ist und welche Maßnahmen geeignet sind, weitere Straftaten zu verhindern.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Jugendstrafverfahren harmlos sind. Je nach Tatvorwurf und persönlicher Situation können auch für Jugendliche und Heranwachsende erhebliche Konsequenzen entstehen.
Wann kommt Jugendstrafrecht zur Anwendung?
Das Jugendstrafrecht gilt grundsätzlich für Personen, die zum Zeitpunkt der Tat mindestens 14 und noch nicht 18 Jahre alt waren.
Bei sogenannten Heranwachsenden zwischen 18 und 20 Jahren kann unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls Jugendstrafrecht angewendet werden.
Ob bei einem Heranwachsenden Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht zur Anwendung kommt, wird anhand der gesetzlichen Voraussetzungen und der konkreten persönlichen Entwicklung beurteilt.
Gerade diese Frage kann für den weiteren Verlauf des Verfahrens von erheblicher Bedeutung sein. Deshalb sollte sie frühzeitig von mir als Ihrem erfahrenen Strafverteidiger geprüft werden.
Welche Straftaten werden im Jugendstrafrecht verfolgt?
Jugendliche können grundsätzlich wegen derselben Straftaten beschuldigt werden wie Erwachsene. Dazu gehören beispielsweise:
- Körperverletzung und Gewaltdelikte
- Diebstahl und Einbruch
- Raub und räuberische Erpressung
- Sachbeschädigung
- Betrug und andere Vermögensdelikte
- Beleidigung
- Betäubungsmitteldelikte
- Verkehrsstraftaten
- Cybercrime und Straftaten im Internet
- weitere Delikte des allgemeinen Strafrechts
Auch wenn es sich beispielsweise um den ersten strafrechtlich relevanten Vorfall handelt, sollte der Tatvorwurf ernst genommen werden. Eine frühzeitige Verteidigung kann dazu beitragen, unnötige Folgen für den weiteren Lebensweg zu vermeiden.
Polizeiliche Vorladung – muss mein Kind aussagen?
Eine Vorladung der Polizei löst bei vielen Eltern zunächst die Sorge aus, ihr Kind müsse dort erscheinen und sich zu dem Vorwurf äußern.
Als Beschuldigter besteht jedoch grundsätzlich ein Recht zu schweigen. Dieses Recht gilt auch im Jugendstrafverfahren.
Eine spontane Aussage bei der Polizei ist deshalb in aller Regel nicht der richtige erste Schritt. Bevor sich ein Jugendlicher zu den Vorwürfen äußert, sollte zunächst geprüft werden, was die Ermittlungsbehörden bereits wissen.
Nach der Akteneinsicht kann entschieden werden, ob eine Einlassung sinnvoll ist und welche Verteidigungsstrategie verfolgt werden sollte.
Eine einmal gemachte Aussage kann später nicht einfach ungeschehen gemacht werden.
Das Ermittlungsverfahren – hier werden wichtige Weichen gestellt
Viele Eltern gehen davon aus, dass erst ein Termin vor dem Jugendgericht über den Ausgang des Verfahrens entscheidet. Tatsächlich kann bereits das Ermittlungsverfahren von großer Bedeutung sein.
In dieser Phase werden Zeugen befragt, Beweismittel gesammelt und der Tatvorwurf konkretisiert. Unter bestimmten Umständen kann es auch zu einer Hausdurchsuchung oder zur Sicherstellung von Mobiltelefonen und anderen Gegenständen kommen.
Als Strafverteidiger verschaffe ich mir zunächst einen Überblick über die Ermittlungen und beantrage Akteneinsicht.
Erst wenn bekannt ist, welche Beweise tatsächlich vorhanden sind und wie die Staatsanwaltschaft den Sachverhalt bewertet, lässt sich sinnvoll entscheiden, wie weiter vorgegangen werden sollte.
Kann ein Jugendstrafverfahren eingestellt werden?
Ein Jugendstrafverfahren muss nicht zwangsläufig mit einer Gerichtsverhandlung und einer Verurteilung enden.
Je nach Tatvorwurf, Beweislage, Alter und persönlicher Situation des Jugendlichen können unterschiedliche Möglichkeiten bestehen, das Verfahren bereits vor einer Hauptverhandlung zu beenden.
Im Jugendstrafrecht können dabei insbesondere erzieherische Gesichtspunkte eine Rolle spielen. Unter bestimmten Voraussetzungen kommen beispielsweise Einstellungen in Verbindung mit Auflagen oder anderen Maßnahmen in Betracht.
Ich prüfe deshalb bereits im Ermittlungsverfahren, ob eine möglichst frühzeitige Beendigung des Verfahrens erreicht werden kann.
Eine vermiedene Hauptverhandlung kann für einen jungen Menschen eine erhebliche Entlastung darstellen.
Welche Konsequenzen können Jugendliche erwarten?
Das Jugendstrafrecht sieht verschiedene Reaktionsmöglichkeiten vor. Welche davon im Einzelfall in Betracht kommt, hängt nicht allein von der begangenen Straftat ab.
Auch Alter, persönliche Entwicklung, Vorleben, schulische oder berufliche Situation und die konkreten Umstände der Tat können berücksichtigt werden.
Mögliche Rechtsfolgen sind beispielsweise:
- Erziehungsmaßregeln
- Verwarnungen
- Auflagen
- Arbeitsleistungen beziehungsweise Sozialstunden
- Teilnahme an sozialen Trainingskursen
- Jugendarrest
- Jugendstrafe
Welche Reaktion angemessen ist, muss für jeden Jugendlichen individuell beurteilt werden. Gerade der Erziehungsgedanke kann dabei eine wichtige Rolle spielen.
Jugendstrafe – wann kann eine Haftstrafe drohen?
Eine Jugendstrafe stellt die schwerste Sanktion des Jugendstrafrechts dar. Sie kommt nicht bei jedem Tatvorwurf und nicht automatisch aufgrund einer Verurteilung in Betracht.
Vielmehr müssen die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sein. Dabei können sowohl die Schwere der Schuld als auch die persönlichen Entwicklung und die bisherige Entwicklung des Jugendlichen eine Rolle spielen.
Wenn eine Jugendstrafe im Raum steht, ist eine frühzeitige und konsequente Verteidigung besonders wichtig.
Mein Ziel besteht darin, zunächst sämtliche Möglichkeiten auszuschöpfen, um eine möglichst milde und für den jungen Menschen angemessene Reaktion zu erreichen.
Welche Rolle spielen Eltern im Jugendstrafverfahren?
Für Eltern ist ein Strafverfahren gegen das eigene Kind häufig besonders belastend. Gleichzeitig ist es wichtig, dem Jugendlichen Sicherheit zu geben und nicht vorschnell auf den Tatvorwurf zu reagieren.
Eltern können sich frühzeitig anwaltlich beraten lassen und gemeinsam mit dem Jugendlichen klären, welche nächsten Schritte sinnvoll sind.
In der Verteidigung berücksichtige ich neben dem konkreten Tatvorwurf deshalb auch die persönliche Situation des jungen Menschen.
Dazu können beispielsweise die schulische Entwicklung, eine Ausbildung, das familiäre Umfeld oder besondere Belastungen gehören.
Ein Strafverfahren sollte nicht dazu führen, dass ein junger Mensch wegen eines einzelnen Fehlers dauerhaft seine Zukunftsperspektiven verliert.
Wie verteidige ich Jugendliche und Heranwachsende?
Eine erfolgreiche Verteidigung beginnt mit einer genauen Prüfung des konkreten Verfahrens.
Nach der Akteneinsicht untersuche ich unter anderem:
- den genauen Tatvorwurf,
- die Aussagen von Zeugen und anderen Beteiligten,
- vorhandene Beweismittel,
- den Ablauf des Geschehens,
- mögliche Widersprüche in den Ermittlungen,
- die persönlichen Umstände des Jugendlichen oder Heranwachsenden,
- die bisherige Entwicklung und mögliche Vorbelastungen sowie
- die Frage, welche Reaktion des Jugendstrafrechts im konkreten Fall angemessen ist.
Auf dieser Grundlage entwickle ich eine Verteidigungsstrategie, die nicht nur auf den aktuellen Tatvorwurf ausgerichtet ist, sondern auch die langfristigen Interessen des jungen Menschen berücksichtigt.
Je nach Situation kann das Ziel beispielsweise eine Einstellung des Verfahrens, eine möglichst geringe Sanktion oder eine Vermeidung schwerwiegender Folgen für Schule, Ausbildung und Beruf sein.
Warum eine frühe Verteidigung besonders wichtig ist
Gerade bei Jugendlichen sollte ein Strafverfahren möglichst frühzeitig und mit Augenmaß begleitet werden.
Eine unüberlegte Aussage, eine verpasste Möglichkeit zur Einstellung oder eine unnötige Eskalation des Verfahrens können später nur schwer korrigiert werden.
Wenn ich frühzeitig eingeschaltet werde, kann ich zunächst die Ermittlungsakte prüfen und anschließend gemeinsam mit Ihnen entscheiden, welche Vorgehensweise sinnvoll ist.
Das schafft Klarheit und verhindert, dass der Jugendliche oder seine Eltern aus Unsicherheit heraus Entscheidungen treffen, die sich später nachteilig auswirken können.
Jugendstrafverteidiger in Krefeld und Umgebung
Ich vertrete Jugendliche und Heranwachsende in Strafverfahren in Krefeld und der umliegenden Region sowie bundesweit.
Meine Tätigkeit umfasst insbesondere Mandate aus Krefeld, Kaarst, Kempen, Korschenbroich, Meerbusch, Moers, Nettetal, Rheurdt, Tönisvorst, Viersen, Wachtendonk und Willich sowie aus vielen weiteren Orten.
Die Beratung kann persönlich, telefonisch oder per Videokonferenz erfolgen. Gerade bei Jugendlichen und Heranwachsenden ist es mir wichtig, die Situation verständlich und ohne unnötige juristische Fachsprache zu erklären.
Kostenlose telefonische Ersteinschätzung
In einer kostenlosen telefonischen Ersteinschätzung können wir klären, welcher Vorwurf erhoben wird, ob bereits eine Vorladung vorliegt und welche Schritte jetzt sinnvoll sein können.
Sie erreichen mich unter 02151 4473 395.
Wenn gegen einen jungen Menschen ermittelt wird, sollten Sie nicht abwarten, bis eine Anklage beim Jugendgericht vorliegt. Eine frühzeitige Beratung kann entscheidend dazu beitragen, unnötige Folgen zu vermeiden.

